Huber nannte man Bauern, die eine ganze Hube (niederdeutsch Hufe) Ackerland als Grundbesitz besaßen. Der Name geht zurück auf die oberdeutsche Bezeichnung für Hufner. - [so übernommen aus Wikipedia]
Soviel zu dem eigentlichen Sinn des Wortes. Doch nach nicht mehr ganz nachvollziehbaren Entwicklungen, hat sich in unserem Jahrgang eine neue Bedeutung des Wortes durchgesetzt. Hubern bedeutet hier soviel wie: Textproduktion nur um Text zu produzieren (im weiteren Sinne Ausführung geforderter Aktion ohne darin für sich tieferen Sinn zu erkennen). Also schriftliche oder mündliche Textproduktion ohne selbst inhaltlich von den eigenen Erzeugnissen überzeugt zu sein, primär der Befriedigung äußerer Aufforderrungen ausgerichtet. Konkret heißt das zur geforderten Aufgabe nichtssagende oder sinnentleerte Worte aus der Luft zu greifen, oder gleich nach Vorlagen abzukupfern, um Satzkonstruktionen bzw. Phrasen zu produzieren, die bei geschicktem Gebrauch nach außen hin sogar der Forderung zufriedenstellend entsprechen können, im Auge des Produzenten aber nicht über den Status der unbefriedigenden Pflichterfüllung hinausgehen.
Ein Beispiel: Im Religionsunterricht wird ein Schüler gefragt was Gott für ihn bedeutet. Der Schüler ist nicht sonderlich gläubig, aber er weiß um die Erwartungen seiner sehr gläubigen Religionslehrerin. Also bündelt er einfach große Worte, die er schon häufiger im Kontext mit Gott gehört hat, zu einem Sammelsurium schmeichelnder Eigenschaften: "In Gott wandelt sich die unendliche Liebe seiner Schöpfung zu einem hoffnungsbringenden großen Ganzen, geboren aus gütiger Barmherzigkeit und glanzvoller, unübertrefflicher Würde, welches uns schützt und welches uns begleitet auf steinigen Pfaden". Wahrscheinlich ist die Lehrein entzückt, und so mancher würde dem Gesagten vielleicht sogar aus eigener Überzeugung zustimmen, doch wer den Schüler kennt, durchschaut seine smarte Huberei.
Ich selbst glaube durch das Wort Hubern eine wichtige Nische im deutschen Vokabular geschlossen zu haben, dessen Verwendung in vielen Lebenslagen möglich ist; vor allem beim Verfolgen politischer Debatten ;-)
Samstag, 2. Juni 2012
Mittwoch, 30. Mai 2012
Mitgefühl
...vor allem im Mahayana-Buddhismus ein beflügeltes Wort. Ich denke es handelt sich hierbei nicht nur um ein schönes Gefühl und um eine wertvolle Lebenseinstellung sondern auch um eine Art achten Sinn. Ein Sinn den wir zwar intuitiv nutzen, den es aber auch bewusst zu trainieren gilt, sowie es möglichst alle Sinne zu trainieren gilt, um Harmonie ins Leben zu bringen. Ein Sinn, der es der Wahrnehmung ermöglicht über die Grenzen des eigenen Körpers hinweg zu wirken. Ein Sinn der so wichtig ist wie das Sehen und das Tasten, welche uns vor Disharmonie, vor Verletzungen bewahren; somit vor Schmerz und Leid. Das ist so weil man ohne Mitgefühl unempfänglich ist für den absoluten Großteil von Belangen im Universum; die Belange der Anderen. Ohne Mitgefühl kehrt Dukkha ins Gefüge der unausweichlichen Gemeinschaft unserer Welt ein. Die emotional erkaltete Egoismus ist somit eine weitaus dramatischere Behinderung als Blindheit oder Taubheit.
Sonntag, 6. Mai 2012
Affenköpfe
Wir denken aus dem Kopf eines Affen namens Homo Sapiens (Sapiens). Im Feuer sieht dieser Macht und Möglichkeiten. Im Wasser erkennt er Durst und Abenteuer. In Luft durchfährt ihn Atem und Bewegung. Auf Erde weiß er zu leben. In Bäumen findet er Holz und Stand. Am Tier erfährt er Freund und Feind. Und im Artgenossen Mensch schließlich bündelt er seine Leidenschaften, die zu ihm gehören, wie die Welt, die zu ihm gehört, bis er ihr er ihr angehört.
Speziell für den Papalagi (nach Erich Scheurmann) gilt: der Papalagi versteht unter ganz bestimmten bunten Papierscheinen etwas sehr wertvolles: Geld. In großen, zumeist sorgsam ausgehöhlten Steinblöcken meint er Häuser zu erkennen. Er zieht Nutzen aus Produkten, die er einmal produzierte, nunmehr jedoch von Produkten produziert werden, die er einmal produzierte. Er weiß genau was anzufangen ist mit sterilen Substanzen, welche er benennt mit Namen wie: Eisen, Silikon, Zement, Glas, Nylon, Klebstoff, Kaugummi und Coca-Cola. Und aus Strichanordnungen kann er Gedanken lesen.
Und Gedanken sind es, die Welten bewirken; die je eigene Welt eines Jeden, gedacht aus einem Kopf, die ihn beschäftigt, bis sie zu ihm gehört, bis er ihr angehört. Und auf die Frage: "Ist diese Welt gut, ist jene Welt schlecht?", kann nur "neti neti" (nicht dies, nicht das) folgen.
Speziell für den Papalagi (nach Erich Scheurmann) gilt: der Papalagi versteht unter ganz bestimmten bunten Papierscheinen etwas sehr wertvolles: Geld. In großen, zumeist sorgsam ausgehöhlten Steinblöcken meint er Häuser zu erkennen. Er zieht Nutzen aus Produkten, die er einmal produzierte, nunmehr jedoch von Produkten produziert werden, die er einmal produzierte. Er weiß genau was anzufangen ist mit sterilen Substanzen, welche er benennt mit Namen wie: Eisen, Silikon, Zement, Glas, Nylon, Klebstoff, Kaugummi und Coca-Cola. Und aus Strichanordnungen kann er Gedanken lesen.
Und Gedanken sind es, die Welten bewirken; die je eigene Welt eines Jeden, gedacht aus einem Kopf, die ihn beschäftigt, bis sie zu ihm gehört, bis er ihr angehört. Und auf die Frage: "Ist diese Welt gut, ist jene Welt schlecht?", kann nur "neti neti" (nicht dies, nicht das) folgen.
Mittwoch, 18. April 2012
Instinkte
Der Mensch steht nicht mehr unter dessen Fuchtel. Höchstens einzelne, unter der Prämisse "Ur-Instinkte" gehandhabte Verhaltensmuster wagen es noch einen unterschwelligen Einfluss auf unser Alltagsleben zu nehmen. So die weitläufige Selbstwahrnehmung. Und auch wenn die Verhaltenspsychologie sich erdreistet diesen menschlichen Ur-Instinkten einen größeren Anteil am Willensbildungsprozess zuzuschreiben, als wir ihn reflexiv ausloten können, würden wohl nur wenige Menschen von sich behaupten großteils instinktgesteuert zu agieren. Subjektive Erfahrungen stehen den Ergebnissen aus Studien, wie dem Libet-Experiment, widerstreitend gegenüber.
Ganz anders verhält es sich da mit den objektiven Erfahrungen am Tier. Hier scheut man sich nicht die Muster, die sich im Verhalten des Tieres abzeichnen für voll zu nehmen und zu behaupten das Tier wüsste nicht was es tue. Das bemitleidenswerte Geschöpfchen befolge, so bekommt man den Eindruck bei der Verfolgung der meisten Diskussionsrunden zum Thema (zwischen Menschen), bloß Befehle, welche die Natur via prädestiniertem Gehirnströmen ihm aufträgt. Doch althergebrachte Muster zeichnen wir alle im Leben, und ich halte es für einen Denkfehler einen essentiellen Unterschied zwischen menschlichen und tierischen Instinkten zu beanspruchen.
Ganz anders verhält es sich da mit den objektiven Erfahrungen am Tier. Hier scheut man sich nicht die Muster, die sich im Verhalten des Tieres abzeichnen für voll zu nehmen und zu behaupten das Tier wüsste nicht was es tue. Das bemitleidenswerte Geschöpfchen befolge, so bekommt man den Eindruck bei der Verfolgung der meisten Diskussionsrunden zum Thema (zwischen Menschen), bloß Befehle, welche die Natur via prädestiniertem Gehirnströmen ihm aufträgt. Doch althergebrachte Muster zeichnen wir alle im Leben, und ich halte es für einen Denkfehler einen essentiellen Unterschied zwischen menschlichen und tierischen Instinkten zu beanspruchen.
Abonnieren
Posts (Atom)
